Livithra – die historische Stadt des Orpheus


Die Ausgrabungen von Livithra befinden sich am Fuss des Olymps ca. 7 km vom Dorf Leptokaria an der Olympischen Riviera entfernt.
An der Strasse von Leptokaria nach Karia finden Sie eine Kreuzung mit einem kleinen Kontrollpunkt des Olymp Nationalparks. Rechts geht es nach Palaio (Alt) Leprokaria, Sie biegen nach links ab und folgen den Schildern zum Eingang der Ausgrabungsstätte. Einige Stufen führen auf den Grund der Schlucht, hier laden riesige Platanen und eine Raststelle zum Verweilen ein. Gegenüber auf einer Anhöhe befinden sich die Ausgrabungen und in der Nähe die Überreste eines Friedhofes.
Diese historische Stadt wurde während dem 10. Jhd. v.Chr. gebaut und steht in Verbindung mit den Mythen um Orpheus.


Die historische Stadt Livithra

Leibethra (Libethra) war eine antike makedonische Stadt am Fuß des Berges Olymp, nahe dem heutigen Ort Skotina, mit in der Antike bedeutendem Dionysosheiligtum. Dies lässt die Vermutung zu, dass die Einwohner thrakische Wurzeln hatten. Archäologen fanden hier Gräber aus der späten Bronzezeit (13.-12. Jahrhundert v. Chr.) mit reichen Beigaben.


Nach der griechischen Mythologie wurde Orpheus hier begraben, andere Quellen berichten jedoch auch, er sei hier geboren oder habe nur vorübergehend in Leibethra gelebt. Sprichwörtlich galten die Einwohner der Stadt in der Antike als dumm.


Die Mythologie des Orpheus

Orpheus (griechisch Ὀρφεύς) war der berühmteste Sänger in der griechischen Mythologie. Nach ihm wurden die Orphik und der Orphismus benannt.


Orpheus lebte in Thrakien als Sohn der Muse Kalliope. Sein Vater war der thrakische König und Flussgott Oiagros (oder, nach anderen Überlieferungen, Apollon). Von Apollon, dem Gott der Musik, bekam er eine Lyra geschenkt, die Apollon von seinem Halbbruder Hermes erhalten hatte. Unter den Sängern galt Orpheus als der Beste. Die Bäume neigten sich ihm zu, wenn er spielte, und die wilden Tiere scharten sich friedlich um ihn, und selbst die Felsen weinten angesichts seines schönen Gesangs.


Die Argonauten nahmen ihn auf ihren Kriegszügen mit. Orpheus sang so schön, dass er sogar das wütende Meer und die Feinde durch den Zauber seiner Lyra bezwang.


Orpheus’ Ehefrau war die Nymphe Eurydike. Als Aristaios versuchte, sie zu vergewaltigen, und sie vor ihm floh, starb sie durch einen von ihm verschuldeten Schlangenbiss. Orpheus stieg in die Unterwelt, um durch seinen Gesang und das Spiel seiner Lyra den Gott Hades zu bewegen, ihm seine Geliebte zurückzugeben. Seine Kunst war so groß, dass ihm seine Bitte tatsächlich gewährt wurde – jedoch unter der von Hades und Persephone gestellten Bedingung, dass er beim Aufstieg in die Oberwelt vorangehen und sich nicht nach ihr umschauen dürfe. Da er die Schritte der Eurydike nicht hörte, sah er sich um und sie verschwand wieder in der Unterwelt.


Der Sänger stand den Musen und somit dem Gott Apollon nahe, nicht aber dem Dionysos, dem Gott des Rausches und ausschweifend-wilder Umzüge und Gesänge. So wurde Orpheus in seiner Heimat von „Mänaden“, berauschten Anhängerinnen des Dionysos, zerrissen. Nach antiker Vorstellung war es kein Trost, dass er nun als Schatten sich zum Schatten der Eurydike gesellen konnte. In späteren Bearbeitungen des Mythos wird als Motiv für den Mord angeführt, Orpheus habe sich von der Liebe zu Frauen losgesagt und zum Weiberfeind entwickelt oder sich gar der Knabenliebe zugewandt.


Sein Kopf jedoch wurde mitsamt seiner Lyra in den Fluss Hebros geworfen, sie schwammen hinab in das Ägäische Meer und wurden auf der Insel Lesbos an Land gespült. Der Kopf sang immer weiter, bis Apollon ihm gebot zu schweigen. Sein Grab soll sich in der Stadt Leibethra befunden haben – andere Quellen nennen diese Stadt auch als Geburtsort des Orpheus und den Fluss, in dem sein Kopf gefunden wurde, Meletos. Seine Lyra wurde als Sternbild an den Himmel gesetzt.

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